Three Kingdoms

Gastspiel Münchner Kammerspiele in Koproduktion mit dem Theater NO99 Tallinn und dem Lyric Hammersmith Theatre London
Übersetzung Barbara Christ, Anu Lamp

In estnischer, englischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

„Ich liebe Krimis. Ich wollte ein Stück schreiben, das davon ausgeht, dass der Teufel möglicherweise in uns allen steckt. Dass wir Jahre damit verbringen können, den Bösen zu suchen, um dann festzustellen, dass wir es die ganze Zeit selber waren. Gut und Böse haben exakt das gleiche Gesicht. Das Hinterfragen und Untergraben moralischer Gewissheiten ist das Herz des Stückes.“ Simon Stephens

Der englische Autor Simon Stephens hat für englische, deutsche und estnische Schauspieler ein Stück geschrieben. „Three Kingdoms“ ist als Koproduktion der Münchner Kammerspiele mit dem Theater NO99 in Tallinn und dem Lyric Hammersmith Theatre in London entstanden und wird auch an allen drei Orten gezeigt. Der Regisseur Sebastian Nübling, der schon einige Texte von Simon Stephens auf die Bühne gebracht hat, in Hamburg zuletzt „Pornografie“, lässt seine Inszenierung nicht nur auf der Textebene zur Reise durch das heutige Europa werden. Durch die Vermischung der Sprachen wird die Reise in den neu erschaffenen Raum, der sich Europa nennt, auch auf sinnliche Weise erfahrbar. Das Fremde verweist als reizvolles, aber auch undurchschaubares und unübersichtliches Element im neuen Europa, auf die vielen Wahrnehmungs- und Verständigungs-schwierigkeiten in dem noch neuen Raum. Auf den Spuren eines Verbrechens reist ein britischer Detective Sergeant mit seinem Kollegen nach Deutschland und von dort aus weiter bis nach Estland. Immer tiefer gerät er, geführt von einem mephistophelischen deutschen Kriminalbeamten, in das Rotlichtmilieu und die Kreise internationalen Menschenhandels. Seine Reise wird zur Irrfahrt durch sein eigenes inneres Imperium. Schlaflos entgleiten ihm seine vermeintlichen Gewissheiten über die Dialektik von Gut und Böse, über die Beschaffenheiten Europas mit seinen alten und verstörend neuen Grenzen. Hinter jeder Wahrheit verbirgt sich eine andere, hinter jedem menschlichen Abgrund tut sich sein eigener auf.

Regie Sebastian Nübling Bühne und Kostüme Ene-Liis Semper Musik Lars Wittershagen Licht Stephan Mariani Dramaturgie Julia Lochte, Eero Epner
Ensemble Rasmus Kaljujärv, Risto Kübar, Lasse Myhr, Mirtel Pohla, Jaak Prints, Gert Raudsep, Ferdy Roberts, Steven Scharf, Rupert Simonian, Çigdem Teke, Nick Tennant, Tambet Tuisk, Sergo Vares

Uraufführung Tallinn: 17. September 2011, München: 15. Oktober 2011, London: 3. Mai 2012

Eingeladen zu den Wiener Festwochen 2012

Im Anschluss an die Vorstellung am 21. Januar findet ein Publikumsgespräch mit Sebastian Nübling und dem Ensemble statt.

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