Nora oder Ein Puppenhaus

Gastspiel Theater Oberhausen
Nora oder Ein Puppenhaus
von Henrik Ibsen

Ein Weihnachtsidyll: In ihrem gemütlichen Heim freuen sich der reizende Advokat Helmer, seine entzückende Frau Nora und ihre niedlichen Kinder auf das Fest der Liebe. Er nennt sie zärtlich sein „Eichhörnchen“ und „Singvögelchen“, sie schmückt den Weihnachtsbaum – und rettet ihm, heimlich, ohne dass er davon wissen darf, das Leben. Als ein Erpresser Nora unter Druck setzt und ein Freund der Familie dem Tode nahe ist, fällt auf das familiäre Idyll plötzlich ein dunkler Schatten. Gefragt, was ihn denn an Ibsens Nora Stoff interessiere, antwortete der Komödien- und Horrorspezialist Herbert Fritsch: „Die Familie als kleinste Einheit, als Zelle von kriminellen Vereinigungen.“

„Herbert Fritsch ist der einzige Regisseur, der in den vergangenen ein, zwei Jahren eine völlig neue Theatersprache erfunden hat.“ (Hamburger Abendblatt) Sein neuer und gleichzeitig uralter „Formenkanon“, eignet sich aber nicht nur dazu, eine Klamotte in die Raserei zu treiben, sondern auch, gut abgehangene Bühnenklassiker zu neuem Leben zu erwecken. Ibsens „Nora“ ist der Beweis: zwischen Horror und Märchenzauber, zwischen Idylle und Hölle zeigt Fritsch „die Familie als kleinste Einheit, als Zelle von kriminellen Vereinigungen“. Beim Theatertreffen 2011 gehörte diese „postemanzipatorische“ Adaption des Stücks zu den unumstrittenen Höhepunkten. Demnächst eingeladen zum ibero amerikanischen Festival in Bogotá/Kolumbien – vorher aber noch im Thalia zu Gast.

Regie und Bühne Herbert Fritsch Kostüme Victoria Behr Musik Otto Beatus Dramaturgie Tilman Raabke
Ensemble Nora Buzalka (Frau Linde), Manja Kuhl (Nora), Torsten Bauer (Helmer), Henry Meyer (Doktor Krank), Jürgen Sarkiss (Rechtsanwalt Krogstad)

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Kommentare

Großes, kreatives, innovatives Theater!
"Nora oder ein Puppenhaus" vom Theater Oberhausen unter der Regie von Herbert Fritsch ist ein Ereignis - großartig, einmalig - und zeigt einmal mehr auf, dass auch unser Thalia gut beraten ist, in der kommenden Saison wieder Herrn Fritsch für eine Inszenierung zu gewinnen. Schade, dass diese "Nora" nur ein Aufführung im Thalia hat, viele sollten sie eigentlich sehen und hören! Dank auch dem ausgezeichneten Ensemble aus Oberhausen. Das ist großes, kreatives, innovatives Theater!
Rolf Döring, 17.01.12