Penthesilea

Penthesilea. Konzertantes Stück
nach Heinrich von Kleist

In der Liebestragödie zwischen Penthesilea und Achill, dem Ringen zwischen Polaritäten, zwischen Frau und Mann, Amazonen und Griechen, werden Worte zur Tat, die Protagonisten in einem Strudel von Sprache weitergetrieben bis ins bittere Finale. Eine Faszination der „Penthesilea“ liegt in der Kompromisslosigkeit, mit der sie ihre Liebe zu Achill verfolgt. Die Liebe, die über sie hereinbricht, sie straucheln lässt. Und immer wieder das Bemühen der Akteure, die Entwicklung des Geschehens fassbar zu machen, in die eine oder andere Richtung zu wenden. Doch es bleibt bei Hakenschlägen und Irritationen, die von Moment zu Moment ihre gesamte Existenz in Frage stellen. „Von meiner frühesten Jugend an habe ich, alles Allgemeine, was ich über die Dichtkunst gedacht habe, auf Töne bezogen.“ So schreibt der Dichter Heinrich von Kleist in einem Brief an Marie von Kleist 1811. „Penthesilea“ ist geschrieben wie ein langes Gedicht. Dem Rhythmus, der Musikalität der Sprache stehen in dem konzertanten Hörstück die experimentellen Klangwelten des Musikers Michael Maierhof gegenüber: Wie weit lässt sich Sprache in Klang und Klang in Sprache weiterführen?

Der Hamburger Musiker und Komponist Michael Maierhof arbeitet an experimentellen Klangwelten, erzeugt neue Klangbilder mit „Rohstoffen“ wie Stein oder Holz. Das Material für „Penthesilea“ erarbeitet er an einem Konzertflügel, der mit Elektromotoren und Resonatoren angeregt wird. In der Text-/ Klang-installation soll in der Verbindung von Sprache und Musik eine zusätzliche Ebene, ein oszillierender Raum aufgemacht werden.

Konzeption und Einrichtung Christine Ratka
Textmitarbeit Eckhard Rhode

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Pressestimmen zu Penthesilea
 
Kommentare

Ein Erlebnis
Interessanter Ansatz, den vermutlich sehr anstrengend zu lesenden Originaltext hier nicht nur vorzutragen, sondern durch die beiden Schauspieler lebendiger werden zu lassen. Diese steigern sich im Laufe des Stückes sehr stark. Während sie anfänglich nur Textbrocken geben, werden sie immer lebendiger, emotionaler bis hin zum tragischen Ende.
Es war ein Erlebnis, trotzdem spricht mich ein "vollwertiges" Theaterstück wesentlich mehr an als dieses "Projekt".
Dirk Schneefuß, 20.01.13

Ich muss noch oft daran denken...
Ich muss noch oft daran denken: An die (sehr) unterschiedlichen Schauspieler mit ihren sehr unterschiedlichen Sprechweisen, dass mich das am Anfang irritiert hat, ich es im Laufe des Abends immer interessanter fand. Dass ich den Eindruck hatte, Eckhard Rhode "dirigiert" seinen Text förmlich, manchmal konnte ich mich sehr gut in Kleists Sprache reinhören – der Text wurde zu einer Art Gedicht...
Katrin Ullmann, 16.01.12

Berührt
Ich war sehr berührt. Ganz schön!
Hanne Stig, 16.01.12

Strong impression
Penthesilea had a strong impression on me. Although I didn’t follow the text completely, everything made sense to me aesthetically; it could be done in Swahili and still have the force.
Johan Redin, 16.01.12

Atmosphärisch sehr stark
Penthesilea hat mir gut gefallen, atmosphärisch sehr stark. Patrycia Ziolkowska ganz großartig und wandelbar, aber auch sehr groß, während Philipp Hochmair insgesamt eher lockerer wirkte und Eckhard Rhode in der Mitte war ein angenehmer Ruhepol.
Anne Rietschel, 16.01.12