Bernarda Albas Haus

Bernarda Albas Haus
von Federico Garcia Lorca
Gastspiel des Nationaltheaters Mannheim
Hamburger Theater Festival 2011

Nach dem Tod ihres Mannes verschließt Bernarda Alba ihr Haus und verordnet ihren fünf Töchtern eine achtjährige Trauerzeit. Während das Leben draußen vorbeizieht, stricken die jungen Frauen an ihrer Aussteuer und verzehren sich nach den abwesenden Männern. Als sich Adela in den Verlobten ihrer ältesten Schwester verliebt und aus dem häuslichen Gefängnis ausbricht, kommt es zur Katastrophe.

„Kein Buh, nirgends. Einem Regisseur wie Calixto Bieito wird es wahrscheinlich mulmig, wenn der ganze Saal jubelt. Und das tut er, einhellig, heftig und ungewöhnlich lange.“ (Mannheimer Morgen)

„Heesters verleiht ihrer Rolle eine Würde des Boshaften, eine Grandezza des Abgründigen, deren soghafter Rausch keinen Widerstand im Parkett duldet. Dabei - und das steht vielleicht noch über dieser darstellerischen Leistung, über der Wucht ihres konzentrierten Spiels - agiert sie so uneitel und zurückgenommen, dass sie ihren Bühnen-Kolleginnen den Raum zur Entfaltung nicht nur lässt, sondern weitet. (...) Eine grandiose Inszenierung.“ (Die Welt)

„Bieito exekutiert, ganz "werkgetreu" und brillant, mit einem fantastischen Frauenensemble die Unzerstörbarkeit eines auf Zerstörung und Menschenvernichtung ausgerichteten Systems; zu dem auch wir als Beobachter, Voyeure, Mitmacher gehören - indem wir schweigen.“ (Deutschlandfunk)

Der Katalane Calixto Bieito, geboren 1963, ist bekannt geworden als »Skandalregisseur« großer Opern u.a. von Mozart, Strauß und Verdi. Mit Garcia Lorcas grausamer Familienchronik beweist er seine Kunst erneut auch im Sprechtheater.

Regie Calixto Bieito
Bühne Kathrin Younes
Kostüme Mercè Paloma
Mitarbeit Kostüme Rebekka Zimlich
Dramaturgie Ingoh Brux

Es spielen Nicole Heesters, Michaela Klamminger, Sabine Fürst, Anke Schubert, Isabelle Barth, Ragna Pitoll, Luisa Stachowiak, Elke Twiesselmann


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Kommentare

Eine der großartigsten Aufführungen
Heute im Thalia - Bernarda Albas Haus - eine der großartigsten Aufführungen, die ich jemals in einem Theater gesehen habe. Alles stimmte - jede Geste, jedes Detail - und es wurde trotz der Strenge und Genauigkeit mit Leidenschaft Theater gespielt.
inge koch, 05.11.11