Nine Eleven in Hamburg -

Thalia Freunde Themenabend mit Olaf Scholz, Moritz Rinke und Susanne Koelbl

„In Nächten wie dieser können wir zu jenen Familien, die einen ihrer Lieben durch al-Qaidas Terror verloren haben, sagen: Der Gerechtigkeit ist Genüge getan.“ So der amerikanische Präsident Barack Obama am 1.5. in seiner Ansprache an die Bürger der USA. Der Thalia Freunde Themenabend erhält eine zusätzliche Brisanz durch den historischen Zufall des Einsatzes eines amerikanischen Spezialkommandos in Pakistan, das den Tod von „Amerikas Staatsfeind No. 1“ herbeigeführt hat.

Vor bald zehn Jahren flog Mohammed Atta in die Twin Towers. Er kam aus Hamburg, lebte hier. Mehrere tausend Menschen starben an diesem 11. September des Jahres 2001, als die al-Qaida den scheinbar unverletzbaren Westen im Kern traf: in New York. Es gibt kaum jemanden, der nicht noch heute wüsste, was er an diesem Tag getan hat. Hamburg war Ausgangspunkt des schrecklichsten Anschlags der letzten Jahrzehnte. In der Gaußstraße ist der 11. September 2001 zentraler Themenschwerpunkt der Spielzeit: mit „Atropa“ von Tom Lanoye, mit Don DeLillos „Falling Man“ und mit „Die Zeit der Besessenen“ nach Dostojewski. Nun haben wir drei Menschen eingeladen, über ihre Erfahrungen zu berichten: Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, der damals als Innensenator für die Sicherheit in Hamburg verantwortlich war, und den Dramatiker Moritz Rinke, der den 11.9.2001 am Flughafen in Los Angeles erlebte. Sein Flug nach Washington wurde an diesem Tag gestrichen, da diese Maschine genau jene war, die kurz zuvor als erste in einen der beiden Twin Towers flog. Beide berichten über ihre persönlichen und politischen Erfahrungen mit einem Tag, der die Welt veränderte. Susanne Koelbl, Spiegel-Auslandskorrespondentin und Expertin für Afghanistan, wird ebenfalls mit auf dem Podium sitzen und verknüpft diese Beschreibungen mit der Gegenwart eines bis heute andauernden Krieges.
Es moderiert Joachim Lux

Für Thalia Freunde kostenlos

Kommentare

Begeistert
Lieber Herr Lux, das war ein sehr gelungener Abend, ein bereichernder. Dass Sie Frau Koebl dazu geholt haben, hat ganz anderen Blick und für uns Zuhörer neue Gedanken gebracht. Im Foyer sprachen wir vorher in der Gruppe noch ein wenig sorgenvoll : ob das ein Gespräch geben werde, ob es mit dem Thema nach 10 Jahren gelingen könne, uns zu fesseln? Hinterher sechs begeisterte Heimkehrer aus dem Westen der Stadt. Der Bürgermeister ist sowieso ein intellektuell-nachdenkliches Geschenk. Gute Nacht, viele Grüße, Sigrid Berenberg
Sigrid Berenberg, 23.05.11