Siri Hustvedt

Der Sommer ohne Männer

Eine Veranstaltung vom Literaturhaus Hamburg in Kooperation mit dem Thalia Theater

„Eine Weile nachdem er das Wort Pause ausgesprochen hatte, drehte ich durch und landete im Krankenhaus. Die Pause war eine Französin. Natürlich war sie jung, und ich vermute, dass Boris schon lange scharf auf seine Kollegin gewesen war, bevor er sich auf ihre signifikanten Bereiche stürzte ...” Man stelle sich vor: Aus dem Nichts heraus bittet einen der Ehemann, mit dem man schon seit 30 Jahren alles im Leben geteilt hat, in der Ehe eine Pause einzulegen, um ungestört seiner Schwärmerei zu einer jungen Französin nachgehen zu können. Wie würde man wohl reagieren? Mia Fredricksen ist zunächst am Boden zerstört, besinnt sich dann jedoch eines besseren und bricht auf in die Provinz-Stadt ihrer Kindheit. Dort kann sie, was ihre Gefühle betrifft, ausbrechen und ihr Dasein als verlassene Ehefrau beklagen. Doch dieser Zustand währt nicht lange und allmählich wird sie in den Alltag ihrer Mitmenschen einbezogen und sieht sich umgeben von einer leidenden Ehefrau, pubertierenden Mädchen, lebenslustigen Witwen und natürlich der eigenen Mutter. Nach diesem Sommer ohne Männer ist Mia um einiges schlauer und definitiv nicht mehr betrübt über ihr Schicksal, sie weiß vielmehr, um was es sich im Leben lohnt zu kämpfen.

Von einer der großen Denkerinnen der US-Literatur kommt ein erfrischend frecher, geistreicher und amüsanter Roman über den so genannten Geschlechterkrieg. Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lebt in Brooklyn und ist mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat. Bekannt wurde sie mit den Romanen „Die unsichtbare Frau”, „Die Verzauberung der Lily Dahl” und vor allem mit den internationalen Bestsellern „Was ich liebte”, „Die Leiden eines Amerikaners” und „Die zitternde Frau”. Ihre Bücher erscheinen im Rowohlt Verlag.

Moderation Denis Scheck
Den deutschen Part liest Oda Thormeyer

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