Die drei Schwestern

Auf einmal brennt die Stadt. Was in Tschechows „Die drei Schwestern“ wie ein plötzliches Unheil über die Bewohner kommt, ist viel mehr als ein zufälliges Ereignis. Es ist Symbol und unaus-weichliche Realität zugleich. Wie am Rande eines Vulkans sitzen die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina in einer russischen Provinzstadt und ignorieren alles, was sich außerhalb ihres persönlichen Wahrnehmungsbereiches abspielt. Sie verschwenden keine Sekunde damit, sich mit der Situation außerhalb ihrer Welt zu beschäfti-gen. Die drei Schwestern richten ihre Blicke nicht auf die reale Welt, sondern in die unendlichen Weiten des russischen Himmels. Dort scheint das Glück verborgen, nach welchem sie sich sehnen. Dort werden sie gedruckt, die Fahrkarten nach Moskau, von dort sollen sie herabsteigen, die Männer, die das Leben verändern. Liebe und Freiheit heißen die Begriffe, um die sich in ihrem Gedankenkosmos alles dreht. Doch warum dauert es so lange, bis das Erhoffte eintritt? Warum verharren sie seit Jahren in dem kleinen Ort, in welchem sich der längst verstorbene Vater einst mit seinen Kindern niederließ? Weshalb enden alle verheißungsvollen Begegnungen in trostlosen Abschiedsszenen und im Tod?
Die drei Schwestern haben jede Bewegungs-fähigkeit eingebüßt. Sie sind Gefangene, weil sie vor den bedrohlichen Flammen einer im Absturz begriffenen Gesellschaft ihre Augen verschließen: Sie haben sich für das Träumen entschieden und nehmen ihre eigene Wahrheit als einzige Wahrheit wahr. In aller Konsequenz.

Premiere am 28. April 2011 im Thalia Theater

Voraufführung am 22. April um 19 Uhr und am 26. April um 19.30 Uhr im Thalia Theater

Besetzung
Fotos
Pressestimmen zu Die drei Schwestern

Kommentare

Gute Aufführung
Sehr geehrte Damen und Herren, am 1. Mai habe ich die Vorstellung "Die drei Schwestern" gesehen. Auch wenn sich mir nicht alle Regieeinfälle erschlossen haben, so habe ich doch eine sehr gute Aufführung gesehen. Die "Kritik" von Stefan Grund in der "Welt" vom 29.4.2011 halte ich für nicht komisch sondern gemein, schädigend und unsachgemäss. Mit freundlichen Grüßen Dr. Klaus B. Heimann
Klaus Heimann, 11.05.11

Wundervoll
Was für ein wundervoller Abend! Lange habe ich keine Tschechow-Inszenierung dieser Qualität erlebt! Meine Gratulation an Christiane Pohle und ihr Ensemble!
Lukas Zeeberg, 30.04.11

Ich habe zwar nur die Voraufführung gesehen, und diese nur halb (nach 2 Stunden und 10 Minuten IMMER NOCH KEINE PAUSE!!! Das haut den stärksten Mann um...), aber auch das reichte, um einen Eindruck zu bekommen. Es wurde viel gebrüllt, es wurde viel geschrien, die Bühne wurde mal wieder völlig sinnlos vollgemüllt, und kurz bevor ich ging, haben es zwei beinahe auf dem Klavier getrieben. ob es nun Tschechow war, ob es nun die drei Schwestern waren... es war völlig austauschbar. Ich hatte das Stück ganz anders in Erinnerung. Es LOHNT sich NICHT. Marcello Perini
Marcello Perini, 27.04.11