Megalopolis

Gastspiel Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin / Constanza Macras, Dorky Park

„Megalopolis“ steht für die ungebremste Megastadt, deren Dynamik mit stadtpolitischen Überlegungen nicht beizukommen ist, deren Wachstum alle Dimensionen sprengt, die zerfällt und wuchert, die sich verdichtet und immer wieder neue zersprengte Zentren bildet. Megacitys verweisen auf die weltweite Zukunft urbanen Zusammenlebens und bilden in ihrer Diversität ein Musterbeispiel für Globalisierung. Wie verändern sich die Räume, die das Leben ihrer Bewohner definieren, wie verändert sich das Leben, wenn die Grenzen zwischen privatem und öffentlichen Leben im Stadtraum verschwimmen, wenn die Anonymität der parallelen Lebensrealitäten mit permanenter Überwachung kollidiert und wie bewegt man sich durch das Chaos dieses Raumes?
Constanza Macras und ihr in Berlin stationiertes, internationales Ensemble Dorky Park, das aus Tänzern und Künstlern unterschiedlichster Bereiche besteht, richten schon seit mehreren Jahren ihre Arbeit an der Realität der Stadtbewohner aus und setzen in „Megalopolis“ die Körper dem Chaos der Megastadt entgegen. Und sie erschaffen damit einen Tanztheaterabend, der aus der permanenten Überforderung der Megastadt und den biographischen Splittern ihrer Bewohner einen ganz eigenen dynamischen Sog erzeugt. In einem metaphorischen Raum der globalisierten Befindlichkeit bewegen sich die Darsteller zwischen Callcentern, Vorstadtmüll, öffentlichem Absturz und zarter privater Annäherung.

Die argentinische Choreographin Constanza Macras lebt seit 1995 in Berlin und erarbeitet hier seit 1997 ihre eigenen Produktionen. Mit ihrer ersten Tanzcompagnie, tamagotchi Y2K, enwickelte sie u.a. die Trilogie „MIR – A Love Story“ (2001/02), die in Berlin und London mit großem Erfolg aufgeführt wurde. 2003 gründet sie die Compagnie Dorky Park. Im gleichen Jahr folgt die Arbeit der Hip Hop- und Breakdance-Performance „Scratch Neukölln“ mit Neuköllner Jugendlichen (HAU und Ruhrfestspiele), seit 2004 entstehen Koproduktionen mit der Schaubühne am Lehniner Platz, u.a „Back to the Present“ (2004), „Ein Sommernachtstraum“ in der Regie von Thomas Ostermeier (2006) und „Brickland“ (2007).

Koproduktion mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau und MESS Sarajevo. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten

Für „Megalopolis“ wurde Constanza Macras mit dem diesjährigen FAUST-Theaterpreis für die beste Choreografie ausgezeichnet.

Regie und Choreographie Constanza Macras Bühne Alissa Kolbusch Kostüme Gilvan Coêlho de Oliveira, Sophie du Vinage Musik Santiago Blaum, Kristina Lösche-Löwensen, Almut Lustig Video Constanza Macras, Maria Onis, Tobias Götz Dramaturgie Carmen Mehnert
Ensemble Santiago Blaum, Fernanda Farah, Anouk Froideveaux, Hyoung-Min Kim, Denis Kuhnert, Johanna Lemke, Kristina Lösche-Löwensen, Almut Lustig, Ronni Maciel Soares, Ana Mondini, Franz Rogowski, Miki Shoji, Damir Zisko

Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch mit Constanza Macras statt. Moderation Monika Nellissen (WELT).

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