Die Jüdin von Toledo

Gastspiel Burgtheater Wien

Lebenslust und Neugierde der jungen Jüdin Rahel sind nicht mehr zu bremsen: allen Warnungen von Vater und Schwester zum Trotz stürmt sie in das königliche Hoheitsgebiet von Toledo und wirft sich direkt vor die Füße des Königspaars. Während sich die Königin, irritiert vom kindlichen Übermut und der Dreistigkeit des Eindringlings, abwendet, verfällt der in Liebesdingen unerfahrene König dem Zauber der schönen Jüdin und verbannt im Rausch der Leidenschaft den näher rückenden Krieg mit den Mauren in die hintersten Ecken seines Bewusstseins.
Die eifersüchtige Königin und ihr Hofstaat sehen sich zum Eingreifen genötigt und entscheiden: Die Jüdin muss weg. Dem König gelingt es nicht, die Schändung und Ermordung Rahels zu verhindern. Als er nun den bis zur Unkenntlichkeit entstellten Leichnam sieht, trifft es ihn wie ein Blitz. Er bereut die Affäre mit der Jüdin und seine gefühlsbedingte Verblendung und gibt sofort Befehl, den Krieg gegen die Mauren aufzunehmen.
Erst nach Grillparzers Tod veröffentlicht, thematisiert „Die Jüdin von Toledo“ die Angst vor dem Fremden und den Umgang mit dieser empfundenen Bedrohung.Stephan Kimmigs Inszenierung verlegt das Geschehen in den Gerichtssaal und stellt die Frage, wer in diesem Geflecht von Fehltritten tatsächlich die Verantwortung trägt. Denn schuld ist im Zweifel immer der Fremde.

Regie Stephan Kimmig Bühne Katja Haß Kostüme Anja Rabes Musik Michael Verhovec Dramaturgie Barbara Sommer
Ensemble Peter Jordan (Alfonso VIII), Caroline Peters (Eleonore von England), Bernhard Mendel (der Prinz), Bernd Birkhahn (Manrique), Juergen Maurer (Don Garceran), Martin Schwab (Isaak), Katharina Lorenz (Esther), Yohanna Schwertfeger (Rahel)

Im Anschluss an die Vorstellung am 25. Januar findet ein Publikumsgespräch mit Stephan Kimmig und dem Ensemble statt. Moderation: Elisabeth Burchhardt (NDR 90,3).

Fotos
Beiträge
Kommentare