Troilus und Cressida

Übersetzung und Bearbeitung von Paul Brodowsky
Fassung von Luk Perceval

Der Trojanische Krieg hat seinen Ursprung in einer der größten Liebesgeschichten der Welt. Der Trojaner Paris raubt die schöne Helena. Sie sind die Glamourstars der Antike. Wild, ungezügelt und unberechenbar fliehen sie besoffen vor Geilheit in die Stadt Troja, ihnen auf den Fersen die kampfbereiten Griechen, die für den gehörnten Menelaos, Helenas Gatten, in einen der schmutzigsten Kriege der Antike ziehen. Wenn der Grieche Ulysses sich an den Ursprung des Trojanischen Krieges erinnert, weiß er kaum noch, warum das alles begann. Shakespeare beginnt seine Erzählung im siebten Jahr der Kampfhandlungen. Der Krieg stockt. Trojas Türen sind verrammelt. Die Griechen liegen kampfmüde in ihren Feldbetten. Und hinter den Mauern Trojas verliebt sich der junge Troilus in die reizende Cressida. Die erste Liebesnacht der beiden ist gleichzeitig die letzte, denn Cressida, deren Vater der zu den Griechen übergelaufene trojanische Priester Kalchas ist, wird gegen einen Gefangenen ausgetauscht. Da hilft kein Zürnen. Man kann die Liebe aus dem Krieg nicht heraushalten. Troilus und Cressida werden aneinander zu Verrätern in einem Krieg, der zu lange dauert und deshalb zur Lebensform wird. Bittere Zeiten für Liebende, wenn sie nicht Paris und Helena heißen, deren Liebe mittlerweile allerdings so abgestanden ist, dass kein Krieg diesen Paarungsakt noch rechtfertigt. So debattieren die Kriegsräte über die weitere Strategie und beschließen einen Zweikampf der großen mythischen Helden Achilles und Hektor. Shakespeares bittere Abrechnung erzählt von Koitus und Totschlag zwischen den Kulturen. „Troilus und Cressida“ ist eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen und hatte am 30. Mai 2008 Premiere an den Münchner Kammerspielen.

Regie Luk Perceval Raum Luk Perceval Kostüme Ilse Vandenbussche Licht Max Keller Dramaturgie Matthias Günther
Ensemble Peter Brombacher, Bernd Grawert, Joel Harmsen, Paul Herwig, Julia Jentsch, Hans Kremer, Oliver Mallison, Stefan Merki, Barbara Nüsse, Annette Paulmann, Wolfgang Pregler, Frederik Tidén

Gastspiel von den Münchner Kammerspielen

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