Judentum - Christentum - Islam

Judentum - Christentum - Islam
Auftakt zur Reihe: Mythen der Welt

Wer kennt sie wirklich, die Schriften der drei Religionen, die Lessing in seiner Ringparabel auftreten lässt? In einer Langen Nacht mit Texten und Rezitationen aus Tanach (Hebräische Bibel), Neuem Testament und Koran stellen wir sie in Auszügen vor, ausgewählt von Expertinnen und Experten der Religionen. Die Lange Nacht nähert sich diesen Schriften in ihrer Schönheit und Eigenständigkeit und präsentiert sie in ihrer unterschiedlichen poetischen und erzählerischen Kraft. Eine Spurensuche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Religionen, ihren wechselseitigen Abgrenzungen und Beeinflussungen.
Schauspieler des Thalia Theaters lesen ausgewählte Texte, unterstützt von Rezitatoren in den Originalsprachen hebräisch, altgriechisch/lateinisch und arabisch.
Langfristig bildet die Lange Nacht der Weltreligionen den Auftakt zu der Reihe „Mythen der Welt“. Regelmäßig wird das gesamte Ensemble im Thalia Theater Urmythen und Geschichten der Menschheit lesen. Vom Gilgamesch-Epos bis zur Ilias und der Edda oder von dem Nibelungenlied bis zu den großen Erzählungen Asiens, Indiens und Afrikas.
In Zusammenarbeit mit dem „Interdisziplinären Zentrum Weltreligionen im Dialog“

Einführungen mit Prof. Dr. Wolfram Weiße, Direktor des interdisziplinären Zentrums "Weltreligion im Dialog", Universität Hamburg, moderiert von Joachim Lux, Prof. Dr. Helga Kuhlmann, Professorin für Systematische Theologie und Ökumene, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes des "Zentrums für komparative Theologie und Kulturwissenschaften" an der Universität Paderborn (Christentum), Karin Feingold, Jüdische Gemeinde Hamburg, stellvertretende Vorsitzende (Judentum) und Halima Krausen, islamische Theologin, Hamburg (Islam).

Rezitation des Korans
Seyed Ali Hassani, Koranrezitator aus Hamburg Abu Ahmed Jakobi , islamischer Theologe und seine Tochter Baraah Jakobi

Rezitation der Hebräischen Bibel
Shmuel-Sammy Jossifoff aus dem Expertenkreis des Interdisziplinären Zentrums Weltreligionen im Dialog
Kantor Arieh Gelber, Jüdische Gemeinde Hamburg
Miriam Solomon, Hebräisch- und Religionslehrerin

Rezitation des Neuen Testaments
Bischöfin Maria Jepsen, Hamburg
Erzbischof Dr. Werner Thissen, Hamburg
Swantje Luthe, Florian Niemöller, Studierende der Theologie

Es lesen die Ensemblemitglieder Christoph Bantzer, Marina Galic, Franziska Hartmann, Jens Harzer, Matthias Leja, Thomas Niehaus, Gabriela Maria Schmeide, Maja Schöne, Nadja Schönfeldt, Wolf-Dietrich Sprenger, Angelika Thomas, Oda Thormeyer, Victoria Trauttmansdorff, Marina Wandruszka, Tilo Werner und Patrycia Ziolkowska.

Szenische Einrichtung Alia Luque
Einrichtung der Bühne Michael Köpke
Dramaturgie Susanne Meister/Dorothea Grießbach (Interdisziplinäres Zentrum Weltreligionen im Dialog, Universität Hamburg)

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Ein sehr gutes Erreignis
Die LANGE NACHT DER RELIGIONEN war ein sehr gutes Erreignis. Ich stelle mir vor, dass Sie diese Veranstaltung regelmäßig wiederholen. Die Gleichgewichtung der Religionen entsteht so ganz selbstverständlich im Kopf und im Gefühl: da sitzen sie alle auf den selben Stühlen. DIE UNTERSCHIEDLICHEN STÜHLE MIT DEM BRETT DARÜBER: GENIAL!!! Ich bin ganz zufrieden, dass es nur um Texte ging und nicht um einen Wetteifer um irgendein Bestes. In der Wiederholung dieser Abende könnte eine ganz große Wirkung stecken. Immer wieder neue Texte, immer andere Sprecher, immer die selben und hinzu andere Religionen. Ich gehe hin und höre, staune, lasse mich anregen, zum Beispiel nun endlich das Buch Kohelet zu lesen, über den Tellerrand schauend. Die friedliche Koexistenz der offiziellen Religionsvertreter, der Texte, der Lesenden, der liturgischen Gewänder (der Bischof hätte doch "was hergemacht" mit Messgewand und Mitra samt Bischofsstab) an genau diesem Ort , nämlich einer Bühne und keinem Gotteshaus. Die Hemmschwelle ist reisig für mich, in einen Gottesdienst zu gehen, aber hier kann ich einfach nur da sein, hören, sehen, mich ergreifen lassen oder ich geh mal eben weg, darf aber wieder kommen, kann sogar essen gehen. Wie wunderbar frei, wie luxuriös ist so ein Umgang mit Religion. Ich kann mich mit Menschen dort treffen, sprechen, lauschen. Ja, ich fand es im Nachhinein noch besser als ich meinen Eindruck vor Ort formen konnte. Ein frohes, bereichertes Gefühl, das lange anhält, bewirkte diese LANGE NACHT.
aus dem Gästebuch, 03.02.10

Wunderbare "Nacht der Religionen"
Lieber Joachim Lux, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Thalia-Theaters, wir möchten uns für die wunderbare "Nacht der Religionen" bedanken. Die Veranstaltung war einerseits sehr informativ und andererseits sehr berührend, Die Texte oft von besonderer Schönheit. Es wäre schön, würden Sie sich entschließen können mit den Vertretern der Religionen einen Textband heauszugeben. Wir hätten großes Interesse an einer "Nachlese". Besonders die hebräische Schöpfungsgeschichte beeindruckte uns in ihrer Sprache.
aus dem Gästebuch, 03.02.10

Über- und Durcheinandergehen von Bedeutungen
Sehr geehrte ömer y. und karima a., vielen Dank für Ihre Rückmeldungen, auch Ihre Achtsamkeit, obwohl ich Ihnen gestehen muss, dass das nun das letzte war, was ich mir als Assoziationswirkung des Bildes hätte vorstellen können! Denn gerade weil uns diese Veranstaltung so am Herzen liegt und damit die Aufklärung und ganz sicher nicht die Fortschreibung von Klischees, habe ich es ausgewählt. Das Bild ruft ja erst einmal eine christliche Ikonographie auf: Maria und Josef und das Christuskind. Diese wird zusätzlich, sich der Obeflächenwirkung von Burka als Ausduck einer islamischen Wirklichkeit bedienend, durch eine islamische Assoziation aufgeladen. Für mich verweist das Bild durch dieses Über- und Durcheinander von Bedeutungen gerade auch auf die Kompilziertheit von einfachen Aussagen, auf das Fremde selbst im scheinbar Eindeutigen; ich hatte mir sogar erhofft, es erzählte so vielmehr von den Gemeinsamkeiten der 3 Religionen (bspw. Abraham als Stammesvater des Islam, Juden- wie Christentums)! Schade, dass sich all dies für Sie nicht kommuniziert hat oder sich zumindest Fragen eröffneten. In jedem Fall aber freue ich mich auf unseren Abend - vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, sich dort auch zu begegnen, Ihr Benjamin von Blomberg Anm. d. Red: Übrigens, das Bild ist Teil einer Bildstrecke im Programmheft zu den Lessingtagen ist, die mit sich überlagernden und widersprechenden Bedeutungsebenen spielt. Herunterzuladen unter: http://www.thalia-theater.de/fileadmin/pdfs/PH_Lessingtage.pdf
Benjamin von Blomberg, 22.01.10

Wieder zum Bild
Dem kann ich mich nur anschließen, es führt zu falschen Vorstellungen über den Islam - es muss endlich aufhören, immer die gleichen Bilder in den Medien usw. zu benutzen, wenn es um Themen geht, die den Islam betreffen!!!!!!!!!!!!!
Karima A., 20.01.10

Esel und Burka = Nacht der Weltreligionen?
Liebes Thalia Team, bei allem Respekt: was hat ein Esel, auf dem eine Burka tragende Frau reitet, mit der Nacht der Weltreligionen zu tun? Möchten Sie damit suggerieren, die Burka sei Teil des Islams? Vielleicht sogar essentieller Teil des Islams? Soll das im Rückschluss heißen, der Islam sei rückständig? Ich mag mit meinen Formulierungen übertreiben, aber das Bild gehört da einfach nicht hin! Da hätten Sie genau so gut ein Bild zeigen können, auf dem evangelikale Christen gegen Schwule wettern: Dies ist weder repräsentativ für das Christentum, noch hat das etwas mit einer "Nacht der Weltreligionen" zu tun. LG Ömer
Ömer Y., 15.01.10